Das Wort Coach leitet sich ursprünglich aus dem Ungarischen her und bedeutet „Kutsche“.
Kocs war ein kleines ungarisches Dorf, das ab dem 15. Jhdt. berühmt war für die Herstellung erstklassiger Kutschwagen mit elastischer Aufhängung des Wagenkastens. Ab dem 16. Jhdt. wurde der Begriff in viele europäische Sprachen übernommen.
Um 1848 wurde der Begriff „Coach“ schließlich von englischen Studenten (ursprünglich scherzhaft) entlehnt, um ihre Tutor_innen zu bezeichnen. Denn im übertragenen Sinne stellen auch Tutor_innen ein Beförderungsmittel dar, um ihre Studenten durchs Studium zu bringen.
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. wurde die Bezeichnung „Coach“ zunehmend für die Tätigkeit eines/er Trainer_in im Sport verwendet. Schließlich fand die Bezeichnung mit den 1980igern Einzug in den Bereich des Managements.
Im Kern ist die Bedeutung des Wortes „Coach“ über all die Jahrhunderte unverändert geblieben: Von einem Ort zu einem anderen gelangen. Es ist schließlich ein Veränderungsprozess, bei dem die/ der Klient_in (Coachee) das Ziel und die Route der Reise bestimmt und die/ der Coach sie/ihn begleitet und unterstützt. Und das ist auch der Grund, warum wir die Kutsche als Symbol und Namen für unsere Organisation gewählt haben.
Systemisches Coaching und Beratung nach Syst® sind uns ein besonders Anliegen. Deshalb haben wir „unsere“ Kutsche aus den Positionen des „verneinten Tetralemmas“, welches von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer aus der indischen Logik für systemische Strukturaufstellungen entwickelt wurde, konstruiert bzw. dekonstruiert.
Die Tetralemmaaufstellung wird besonders von der Prozessarbeit geprägt. Wie Kleve anmerkt, kann es dabei unterstützen, gedanklich aus der zweiwertigen Logik „herauszuspringen“, die das Denken prägt und strukturiert.(1)
Ausgegangen wird von zwei Entscheidungsmöglichkeiten, die sich zunächst auszuschließen scheinen. Die Positionen das Eine und das Andere sind wie die Naben zweier rollender Räder, die versuchen ihre Drehachsen beizubehalten.

1. Position: Das Eine

2. Position: Das Andere
Durch die dritte und vierte Position wird das ursprüngliche Dilemma erweitert, verbunden und der Kontext verändert.

3. Position: Beides
Symbol Vereinigungsmenge

4. Position: Keines von Beiden
Zeichen für die Negation

5. Nicht-Position: All dies nicht und selbst das nicht
Die fünfte Position schließlich ermöglicht einen Neuanfang auf einer nächsten Ebene. Die Kutsche verlässt den Boden des Dilemmas und eine weitere Reise beginnt…
Willkommen in der Kutsche!

(1) Heiko Kleve: Das Tetralemma der Unternehmerfamilie. Skizze eines systemischen Forschungsprogramms, In: systeme, 2017, Jahrgang 31, Band 2, S. 224–243. S. 232.